Ein Reisebericht zur Irlandreise der Volkshochschule Daun vom 20.5. bis 31.5. 2018
Reiseleitung: Gottfried Willems



 

„Ich bin so froh, dass ihr mich am heutigen Tag eingeladen habt, um von mir etwas über Irland und Connemara zu erfahren“. Das sagte uns Joe Thornton aus Galway zum Beginn eines Tagesausflugs in den irischen Westen. Er meinte damit ganz besonders das sonnige Wetter und seine Liebe zu diesem Land. Wir haben ausschließlich schöne Tage in Irland verlebt und sind unendlich dankbar, dass uns der Wettergott ein solch tolles Land in seiner einzigartigen Schönheit, dazu in einer bezaubernden Jahreszeit, beschert hat.

 

Nach einer sonnigen und ruhigen Fährfahrt über die Nordsee von Amsterdam nach Newcastle erreichten wir über Nordengland und Südwestschottland den Fährhafen Cairnryan. Eine weitere 2-stündige Fahrt über die irische See brachte uns schließlich nach Belfast und von dort nach Armagh, einer katholischen Enklave in Nordirland, zur ersten Hotelübernachtung. Die allererste Begegnung mit einem nordirischen Hotelpersonal, die erste Abendmahlzeit und das erste Pint Bier waren so vielversprechend, dass sich sofort Wohlbefinden und Freude unter den 43 Reisegästen einstellte.

„Wir müssen unbedingt eine Whiskey-Destillerie besuchen. Das gehört einfach zur Kultur dieser Insel“, war im Vorfeld der Reise zu hören. Der Reiseleiter nahm sich das zu Herzen und organisierte eine Besichtigung von Bushmills, der ältesten Destillerie der Welt aus dem Jahr 1608 (also noch zu Shakepeares Zeiten). Kostproben rundeten den Besuch ab, aber es durfte nicht zu viel sein, denn unmittelbar danach fuhren wir zum Giants Causeway, einer geologischen Attraktion mit 40000 kleinen und großen Basaltsäulen in sechseckiger, siebeneckiger oder achteckiger Form – ein wahres Wunderwerk der Natur. Hier mussten wir trotz des Whiskey Standfestigkeit beweisen. Die Eindrücke waren überwältigend und das Wetter ebenfalls. Bevor wir Nordirland über eine nicht sichtbare Grenze nach Irland verließen, wurden wir anhand eines Artikels des Berliner Tagesspiegels über die frühere Problematik des Nordirland-Konflikts und die erwarteten Probleme im Zusammenhang mit dem Brexit im kommenden Jahr informiert.

 

Das Abbey Hotel in Donegal im Nordwesten war die nächste Station – alt, mit langer Tradition, gemütlich, ein wenig angestaubt – eher ein Hotel, so wie man es vorher erwartet hätte. Das Stadtbild bestimmten Plakate zum bevorstehenden Referendum über Abtreibung auf Verlangen

(Abortion on Demand). Drumcliff Churchyard ist der Ort, an dem der Literaturnobelpreisträger William Butler Yeats begraben ist. Er lebte meist in der Schweiz und in Frankreich, wollte aber in der Heimat seiner Familie seine letzte Ruhe finden – weit im irischen Westen, in der Umgebung unterhalb des Ben Bulben, die er so intensiv in seinem literarischen Werk beschrieben hat.

Die Mittagspause an diesem Tag verlebten wir in einem dieser Plantation Villages des 18. Jahrhunderts. Englische Siedler gründeten Westport – ein gemütliches Städtchen mit viel Flair, das gerne auf die Touristen wartet. Der Reiseleiter verzehrte ein Stück Toffee-Kuchen, das er spontan in die Top-ten seines Lebens einreihte. Die Gegend um den Croagh Patrick, dem heiligen Berg an der Clew Bay bescherte ihm das Bild für das Cover seines Fotobuches – ein Ginstermeer auf einer schmalen Landzunge.

Nicht weit von hier die Achill Islands, wo Heinrich Böll sein „Irisches Tagebuch“ in den 50 er Jahren schrieb. Von Louisburgh fuhren wir durch das Tal von Delphi, mit einigen interessanten Fotostopps, u.a. das ganz einfache Denkmal in Erinnerung an die vielen Toten während der Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts. Aufgehalten, nein -nicht aufgehalten wurden wir durch eine Kolonne, die neuen Teer auf die Straße aufgebracht hat – mitten in einer faszinierenden Landschaft konnte ich einen netten Smalltalk mit einem der Arbeiter führen. „Ja, als Gott in Irland die Zeit erschuf, hat er davon sehr viel gemacht“ – 20 Minuten Wartezeit, bis wir weiterfahren konnten und mehrere andere Landschaftsszenarien uns zu Fotostopps einluden.

Am nächsten Tag fuhren wir mit Joe nach Connemara. Gerade für den heutigen Tag hatte sich der Reiseleiter gutes Wetter gewünscht – es war ein Traum. Cong mit den Ruinen der alten Franziskanerabtei und dem Fischerhäuschen für die Mönche und die wunderbare Geschichte von Kylemore Abbey – Privatschloss, Schule, Kloster. Einen starken Kontrast bildete der Besuch

in Galway, vielleicht die irischste aller Städte, mit einer hippigen Studentenszene. Ein kurzer Gang durch die Fußgängerzone mit den vielen musikalischen Gruppen und ein Bier im Kings Head - das war Pflicht.

Allmählich erreichten wir den Südwesten. Wir erreichten sehr schnell das Burrengebiet – eine wahrlich steinerne Wüste mit kleinen botanischen Überraschungen.Cromwell hat einmal gesagt:

„Kein Baum zum Erhängen, kein Wasser zum Ersäufen und kein Boden zum Verscharren“. Aber die Cliffs of Moher mit annähernd 200 Metern waren nicht weit – hier müssen sie alle hin, natürlich auch wir. Doch trotz der Menge der Besucher konnte man sich gut bewegen und die grandiose Landschaft in vollen Zügen genießen.

Am Abend – es war Freitag - erreichten wir das Ballyroe Hotel nahe Tralee, unser Domizil für 3 Nächte am Wochenende. Hier erlebten wir das Champions League Finale zwischen Real Madrid und Liverpool, hier wurden wir Zeuge eines Schönheitswettbewerbs (Kerry Rose, benannt nach der Grafschaft Kerry) und einem nicht wirklich definierten Event, mit einer Präsentation von Mode, die

speziell die Männer in unserer Gruppe zu manchen unfeinen (aber gerechtfertigten) Kommentaren herausforderte.

Wir besuchten den Ring of Kerry – legten in Waterville schon unsere fast traditionelle Würstchen-Pause ein und bestaunten zum Abschluss des Tages den Muckross Park – viel Rhododendron und edle Atmosphäre am Ufer eines der Killarney Seen. Begleitet wurden wir von Claudia Wiegmann. Am Sonntag stand die Dingle-Halbinsel auf dem Programm. Das bunte Städtchen begrüßte uns mit einem kleinen Regenschauer. Nach 5 Minuten war alles vorbei- mancher konnte sich später gar nicht daran erinnern. Die Sheep Dog Performance von Gabriel am Slea Head Drive war eine kleine sonntägliche Zugabe des Reiseleiters, dazu die Famine Houses und Beehive Huts. Das Blasket Centre informierte uns in einem sehr eindrucksvollen Film über das Leben auf den Blaskets und die Evakuierung der Bewohner in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Zum Ende des Tages warfen wir einen Blick auf das Gallarus Oratorium, eine frühchristliche Kirche – Stein auf Stein ohne jeglichen Mörtel und wir machten einen ganz kurzen Spaziergang am Inch Beach.

Die letzten beiden Tage gehörten dem Osten. Glendalough, ein Zentrum des Christentums ab dem 7. Jahrhundert mit einem wirklich beeindruckenden Hochturm, einer kleinen Kirche und vielen Ruinen inmitten von Grabstätten alter und auch neuerer Zeit ist ein mystischer Ort in einem Tal der Wicklow Mountains. Am gleichen Tag tummelten wir uns nach dem Abendessen noch im Vergnügungsviertel Temple Bar in Dublin – eine sehr heitere, aber friedliche Stimmung in den Pubs

und danach ein Spaziergang entlang der Liffey und der O`Connel Street.

Yvonne Louven erwartete uns am nächsten Morgen am Trinity College, und nach einem Besuch des Book of Kells und der Grand Libraray machten wir eine beeindruckende Stadtrundfahrt mit einem vorzüglichen Kommentar durch unsere Reiseleiterin, die schließlich auch mit uns das stadtbekannte Lied von Molly Malone, der Muschelverkäuferin, einübte. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Der Reiseleiter widmete sich den vielen interessanten Straßenzügen und stellte dazu eine kleine Fotoserie zusammen.“

Das Academy Plaza Hotel entließ uns am nächsten Tag mit einem „üppigen“ Frühstückspaket. Hier musste der Reiseleiter einschreiten und versprach spontan ein Frühstück auf der Fähre nach Holyhead. Nach einem Stopp auf Anglesey (Llanfair PG – der Name ist um ein vielfaches länger) folgte ein Gruppenbild an der Menai Bridge und später auf der Autobahn erlebten wir etwas - „Schaut doch mal bitte raus – das ist das, was man gemeinhin als Regen kennt“ In der Tat – es regnete kräftig. Was soll‘s! Irland war geschafft – und wie!!

Ich bedanke mich bei einer großartigen Gruppe, bei Jürgen, unserem unschlagbaren Fahrer, bei Manuela, seiner Assistentin, bei Moma Catering für das traditionelle Frühstück und bei allen, die ich jetzt vergessen habe – bei jedem, der einen kleinen Beitrag zur Unterhaltung gegeben hat und und......Es war für mich eine großartige und sehr harmonische Fahrt.

 

Goddi Willems, Reiseleiter

 

Daun, im Juni 2018  

 

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